Diskussion mit Sylvie Goulard über das deutsch-französische Verhältnis nach dem Brexit

Am 11. Oktober diskutierte die liberale Europaabgeordnete Sylvie Goulard mit Mitgliedern der AGE über Europa nach dem Brexit und das deutsch-französische Verhältnis. Ihr Fazit: Gerade jetzt ist die deutsch-französische Verantwortung besonders groß. Im Wettrennen um die Finanzplätze sind strategische Lösungen gefragt, die die EU als Ganzes im Blick haben.

 

Hintergrund

Die Briten hatten sich am 23. Juni 2016 mehrheitlich dafür entschieden EU zu verlassen. Der Wahlausgang war mit 51,9% zu 48,1% erdenklich knapp. Dennoch hat die britische Regierung klargemacht, dass sie den Ausgang des Referendums respektieren und den Austritt aus der EU vollziehen wird. Dies hatte den Rücktritt von Premierminister David Cameron und die Installierung einer neuen Regierung unter Theresa May zur Folge. Nach einer ersten Verunsicherung an den Finanzmärkten blieb der große wirtschaftliche Schock jedoch vorerst aus. Wir fragten uns, welche Auswirkungen ein Brexit auf das deutsch-französische Verhältnis haben würde.

 

Über Sylvie Goulard

Sylvie Goulard ist Juristin und Absolventin von Science Po Paris und der Ecole Nationale d’Administration (ENA). Als junge Diplomatin arbeitete sie in der Rechtsabteilung des französischen Außenministeriums und war Teil des Verhandlungsteams zur deutschen Wiedervereinigung (2+4 Verträge). Nach Stationen im Conseil d'Etat und im Planungsstab des französischen Auswärtigen Amtes war Sylvie Goulard 2001 bis 2004 im Beraterstab des damaligen Präsidenten der Europäischen Kommission Romano Prodi. Es folgten Lehraufträge an der Science Po und am College d’Europe in Brügge. Von 2006 bis 2010 war sie Präsidentin der Europäischen Bewegung in Frankreich. Sie 2009 ist Sylvie Goulard Mitglied des Europäischen Parlaments und Koordinatorin der ALDE Fraktion im Wirtschafts- und Währungsausschuss. Sie wurde 2015 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

 

Im Bild: AGE-Vorsitzende Dr. Ellen Madeker, MdEP Sylvie Goulard und AGE-Vorstandsmitglied Philip Drauz.